Im Bereich Awareness und Türpolitik von Clubs und Veranstaltungen haben wir einen großen Handlungsbedarf und die Notwendigkeit neuer Perspektiven erkannt, angesichts der immer geringer werdenden Achtsamkeit für Mitmenschen und der Schwierigkeit, mit Personen aus anderen Kulturkreisen unvoreingenommen und trotzdem konsequent umzugehen. Wo früher noch die Szene auf sich selbst achtete, Partygäste die „vollkommen raus“ oder in schwierigen Situationen sind, von den Mitfeiernden umsorgt wurden, ist es heute notwendig, Verantwortliche zu benennen, die sich während der Party um solche Gegebenheiten kümmern.



Im Kontext dieser Szenerie versuchen wir mit der Arbeitsgruppe Tür und Awareness Konzepte, Handlungsweisen und Erfahrungen zu vermitteln, um eine Gleichstellung aller Partizipant*innen und ein bewussteres Miteinander in der Partykultur zu reintegrieren. Da es insbesondere für die Awareness-Arbeit kaum Modelle oder Handlungsdivisen gab, startete deshalb das TBA Dresden in Eigenregie Ende des Jahres 2016 das erste Awareness-Projekt. Die Umsetzung beinhaltet unter anderem, dass möglichst immer ein*e Selektor*in an der Tür mit den Gästen spricht und eine Vorauswahl und im Club zwei Personen den Partybetrieb gleichzeitig begleiten. Gekennzeichnet sind diese via eines neonfarben leuchtenden Armbandes. Sowohl der Selektor an der Tür als auch Flyermaterial und eine offizielle Facebook-Seite geben zusätzlich Auskunft über die Prinzipien und die genaue Tätigkeit der Awareness-Crew. Grob umrissen sind wir Mitfeiernde, die ein Auge auf Menschen in unangenehmen oder stark berauschten Situationen haben und dienen als Ansprechpartner*innen, umsorgende*r Freund*in und Mediator*in zwischen dem Club und seinen Gästen. Anfangs mit mehr Skepsis betrachtet, erfreuen wir uns mittlerweile großen Interesses seitens der Gäste und werden sehr viel auf unsere Arbeit angesprochen. Auch neue Mitarbeiter*innen für das Projekt kommen mit nahezu jeder Art Party hinzu. Mittlerweile wollen auch andere Clubs in Dresden dieses Konzept realisieren. Unser erster Fremdeinsatz findet auf der diesjährigen Aftershow-Party zur TOLERADE im Sektor Evolution statt.

-come together-

Fotos: Martin Waury