Eine Lobby für die Freeparty-Szene?
Eine Lobby für das Nachtleben und die elektronische Musiklandschaft Dresdens im Allgemeinen?




Diese provokativen Fragen initiierten 2016 die Gründung der Tolerave-Crew Lobby (TC Lobby).

Die TC Lobby setzt sich aus aktiven Gestalter*innen innerhalb der elektronischen Musikszene, beispielsweise ortsansässigen Open-Air Veranstalter*innen aber auch Clubbesitzer*innen zusammen. Spätestens mit der ersten gemeinsamen Podiumsdiskussion für Akteur*innen der Freeparty-Szene zeichnete sich eine starke Heterogenität der internen und externen Bedürfnisse sowie Standpunkte zu diesem Thema ab. Daraus resultierte unser Wunsch, alle beteiligten Interessen innerhalb und „gegenüber“ unserer Szene zu evaluieren und in einem Gesamtbild begreifbar darzustellen.
Im Zuge dessen wollen wir die Vernetzung der verschiedenen Crews und Akteur*innen im Nachtleben untereinander fördern und Kooperationen anregen. Ebenso streben wir an, in Zukunft mit der Stadt Dresden über verschiedene Belange der ansässigen elektronischen Musiklandschaft zu verhandeln. Unter anderem möchten wir die allgemeine Akzeptanz gegenüber der elektronischen Freeparty-Szene Dresdens als Bestandteil der Musik- und Kulturlandschaft unserer Stadt steigern. Die TC Lobby steht dabei für einen respektvollen Umgang miteinander, Toleranz und Empathie gegenüber anderen sowie unserer nichtmenschlichen Umwelt, für ein reflektiertes Konsumverhalten und den Willen, Freiräume innerhalb unserer Stadt zu erhalten, zu nutzen und zu pflegen. Wir wollen die wenigen Orte und Räume bewahren, die das freie Ausleben unserer gemeinsamen Leidenschaft ermöglichen. Wir wollen gegenüber den städtischen Ansprechpartner*innen als stellvertretende Stimme im Umgang mit der Stadt und den Anwohner*innen agieren können. Dementsprechend ist dies auch ein Aufruf an jede/r Akteur*in, uns neue Perspektiven aufzuzeigen, unsere Herangehensweisen zu hinterfragen, konstruktiv zu kritisieren oder zu unterstützen!
Die Gesetze und Verordnungen, die für das Veranstalten kostenloser Open-Air Musikevents im Dresdner Stadtgebiet relevant sind, kollidieren regelmäßig mit deren Umsetzung oder Umsetzbarkeit. Vor allem bezüglich der teils repressiven Reaktionen auf Freeparty-Veranstaltungen seitens öffentlicher Institutionen sehen wir einen Handlungsbedarf. Wir wollen daher gemeinsame Standards und Strategien zur gegenseitigen Unterstützung bei der Durchführung von Open-Air Veranstaltungen entwickeln. Außerdem möchten wir Gespräche mit zuständigen Behörden anregen, ohne dabei den intimen Charakter der Dresdner Freeparty-Szene in Gefahr zu bringen. Zudem erweist es sich als schwierig, mit den rechtlichen Bestimmungen, die zum Aufbau, der Eröffnung und dem Betrieb eines Clubs von Nöten sind, adäquat umzugehen. Einige Bestimmungen reglementieren die Clubs derart, dass bei einer vollkommenen Umsetzung jener ein ökonomisch sinnvoller Betrieb gefährdet wird. Auch hier möchten wir Gespräche mit der Stadt und den zuständigen Stellen in die Wege leiten.

Um unsere Ziele zu erreichen, organisieren wir Podiumsdiskussionen sowie Workshops zum Thema und nehmen regelmäßig an themenspezifischen, auswärtigen Veranstaltungen teil, beispielsweise an der Stadt Nach Acht Konferenz in Berlin. Darüber hinaus stehen wir in Kontakt mit anderen Vereinen und Institutionen, sowohl landes- als auch bundesweit, und kooperieren mit diesen. In diesem Zusammenhang möchten wir auf DAVE - Dresden Audio Visual Experience, die Clubcommission Berlin sowie die LiveKomm verweisen.

Zudem regen wir derzeit den Erfahrungsaustausch der Crews untereinander an und entwickeln Seminare zu rechtlichen und technischen Aspekten, die von Interesse für Open-Air Veranstalter*innen sein könnten. Daneben bieten wir gerne Unterstützung bei rechtlichen Fragen an, die in diesem Kontext auftauchen.Bei Fragen könnt ihr euch ebenso über das Kontaktformular an uns wenden.

Fotos: Martin Waury, Moritz Schlieb